Bindu 28

Artikel aus Bindu Nr. 10

Yoga-Toolkit für Computeranwender

Yoga kann Dich lehren, kompatibel mit Dir selbst - und mit Deiner Computerarbeit - zu werden

Die guten Ideen, der Überblick und das Verständnis kommen zu uns, wenn wir inspiriert sind und einen Überschuß an Energie haben - nicht wenn wir gestreßt sind und der Körper angespannt ist.

Jeder zweite Bildschirmarbeiter klagt über Spannungen und Schmerzen!

Im letzten Jahrzehnt ist auf dem Gebiet „Mausschäden" viel geforscht worden, sowie auch bei anderen Problemen, die bei andauernder Arbeit vor dem Bildschirm und mit der Tastatur entstehen. Lena Karlquist von Karolinska Instituttet in Stockholm schlußfolgert nach 10 Jahren Forschung, daß niemand auf Dauer die einseitige Belastung ohne Probleme erträgt.

Dänische Experten meinen, die Lösung ist, daß die Angestellten oder die Studenten zwischen Computerarbeit und anderen Aktivitäten wechseln, so daß man maximal 4-5 Stunden täglich am Bildschirm hat. Leider gibt man auch zu, daß dies in vielen Fällen wegen der erhöhten Spezialisierung und dem Zeitdruck nicht realistisch ist.

Laß den Körper am Bildschirm nicht steif werden. Diese drei Übungen können eine gute Hilfe sein, um Spannungen in Nacken, Schulter und Rücken zu vermeiden.

Ein Werkzeug um mit Überschuß und Inspiration in Kontakt zu bleiben

Mit einfachen Yogaübungen kann man Spannungen in dem Maße loslassen, wie sie entstehen, und sich bewußt in einen inspirierten und kreativen Zustand versetzen. Bei Computeranwendern geht es oft um Spannungen und Schmerzen in „der Maushand" im Arm, Ellenbogen, in der Schulter, im Nacken oder im Rücken. Oft kommen Kopfschmerzen, Augen-schwierigkeiten oder spannungsbedingte Müdigkeit vor, die den Betreffenden daran hindert, er selbst zu sein, und sich am Arbeitsplatz wohl zu fühlen.

Im Folgenden werden einige Yoga-übungen vorgestellt, die gegen Spannungen, die am Bildschirm entstehen können, sehr geeignet sind. Für diese Übungen brauchst Du nicht unbedingt einen besonderen Platz, um Yoga zu praktizieren. Es reicht aus, den Bildschirm auszuschalten, während Du vielleicht etwas druckst oder ein „Back up" machst, und eine oder mehrere der Übungen, die hier vorgeschlagen werden, machst. Nach fünf bis zehn Minuten bist Du bereit - mit gesteigerter Klarheit und Konzentration - Deine Arbeit fortzusetzen.

Außerdem kannst Du an einem wöchentlichen Yogakurs, einem Wochenendkurs oder vielleicht einem Ferienkurs teilnehmen. Das wird die Wirkung des Yoga, das Du selber übst, erhöhen, und Dir nach und nach beibringen, die Spannungen loszulassen, wenn sie entstehen, so daß sie sich nicht sammeln und sich zu Schmerzen und Arbeitsschäden entwickeln.

Die Übungen im folgenden kleinen Programm sollen ohne Anstrengung und Eile gemacht werden. Der Text (ausgenommen die Bilder) ist aus dem Buch Yoga, Tantra und Meditation im Alltag von Swami Janakananda zitiert. Im Buch, das mit instruktiven Bildern reich illustriert ist, findest Du auch ein Kapitel mit Augenübungen, die besonders für denjenigen, der am Bildschirm sitzt, nützlich sind.

Tension releasing exercises for the arms and shoulders

1. Strecke die Arme in Schulterhöhe nach vorn, die Handflächen zeigen nach oben. Dann beuge die Arme und lege die Fingerspitzen auf die Schultern, die Oberarme bleiben dabei waagerecht. 5-10 mal.

2. Die gleiche Bewegung, diesmal mit seitlich ausgestreckten Armen.

3. Schulterrollen
Lasse die Fingerspitzen während der ganzen Übung auf den Schultern ruhen. Halte am Anfang die Oberarme in Schulterhöhe. Dann kreise mit den Armen, die Ellenbogen berühren einander vor der Brust. Halte sie zusammen während Du die Arme hebst, und bewege sie dann im Kreis zu den Seiten, nach hinten und wieder nach unten, 5-10 mal. Wiederhole die Übung in der anderen Richtung.
Spannungen im gesamten Schulterbereich und im obersten Teil des Rückens werden gelöst.

Kopfrollen

1. Übung

Lasse den Kopf langsam zur Seite sinken, die Nase zeigt nach vorne, nicht zur Schulter. Lasse den Kopf eine Weile hängen, richte ihn auf und lasse ihn zur anderen Seite sinken.

Wiederhole diese Übung 5-10 mal.

2. Übung

Drehe den Kopf zur Seite, halte ihn einen Augenblick still, drehe ihn langsam zur anderen Seite und verweile dort einen Augenblick.
Wiederhole die Übung 5-10 mal.

3. Übung

Lasse den Kopf langsam zur Brust sinken und lasse ihn ganz entspannt hängen. Dann hebe den Kopf und lasse ihn nach hinten sinken, verweile einen Augenblick in dieser Stellung, entspanne auch den Kiefer. 5-10 mal.

4. Übung

Lasse den Kopf ganz herumkreisen, 5-10 mal in jeder Richtung. Sei dabei völlig entspannt, so daß der Kopf beinahe von selbst rollt - laß Dir Zeit. Spüre jeden einzelnen Punkt des Kreises.

5. Übung

Direkt nach dem Kopfrollen mache eine Pause. Sitze aufrecht, mit geschlossenen Augen, entspannt und ganz bewegungslos.

Es ist wichtig, jedesmal die 3 ersten Übungen zum Aufwärmen für das Kopfrollen zu machen.

Bei Schwindelgefühl und stark erhöhtem Blutdruck solltest Du das Kopfrollen nur ganz langsam und behutsam ausführen.

Diese Übung entspannt den Nacken- und Schulterbereich, und sie hat eine allgemein entspannende Wirkung auf unser ganzes Nervensystem. Sie ist gut gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Die spontane Atmung

Dies ist eine Atem-, Entspannungs- und Meditationsübung. Liege auf dem Rücken, die Hände ruhen an den Seiten des Körpers (oder bleibe direkt nach dem Kopfrollen aufrecht auf einem Stuhl sitzen und lasse die Hände auf den Oberschenkeln oder im Schoß ruhen).

Die Augen sind geschlossen.

Erlebe den ganzen Körper,
den ganzen Körper auf einmal,
spüre seine Unbeweglichkeit -
konzentriere Dich lange auf diese Unbeweglichkeit.

Erlebe nun, daß dieser unbewegliche Körper
lebendig ist, er atmet,
laß ihn frei atmen,
hemme oder
beschleunige den Atem nicht,
vermeide es, ihn zu kontrollieren,
atme frei

spontan -
mache weiter
mache weiter
so lange wie möglich -
10 Min. - 15 Min. - eine halbe Stunde.

Nach einer Weile
beginne, mit dem Bauch zu atmen,
oder setze ein kleines bißchen Willen ein,
aber störe den freien Verlauf des Atems nicht,
spüre -
daß Du mit dem Bauch atmest;
laß den Bauch sich ausweiten
wenn Du einatmest
laß die Brust von selber folgen,
laß den Bauch zusammensinken und sich
entspannen,
wenn Du ausatmest;
kümmere Dich nicht um die Gedanken,
atme frei und spontan
die Aufmerksamkeit auf den Bauch gerichtet
mache weiter -
sieh, wie der Bauch
sich hebt und senkt
in der natürlichen Atmung,
mache weiter...

Mache diese Übung so oft und so lange

Du Lust hast

wann Du willst -

am besten aber zu regelmäßigen Zeiten

Das beste ist, wenn Du das Licht während der Entspannung dimmen kannst.