Bindu 21

Artikel aus Bindu Nr. 3

Namo Narayan – etwas über Swami Satyananda

Nach 5 Jahren Feuermeditation bricht Swami Satyananda die Isolation und lädt zum Satsang ein

Namo Narayan ist ein Mantra, womit Yogis, Swamis und andere die Schüler eines anderen Gurus begrüssen. Das Mantra sagt: i ch grüße Gott in Dir. Dieser Brauch drückt eine Toleranz aus, die einmalig für Indien ist - und ungeheuer wichtig für das Bestehen einer besonderen spirituellen Tradition.

Das, was für den einzelnen hinter dem Gruß liegt. stellt sicher. daß nicht alles in Oberflächlichkeit endet. Daß man nicht, aus Angst etwas zu verpassen, von einem Lehrer zum anderen rennt, ohne jemals dem ganzen Selbst gegenüber zu stehen. Hier ist es tatsächlich erlaubt, sich ganz einer Lehre und einem Lehrer hinzugeben, wenn man es mit der Selbstverwirklichung ernst meint.

Auch für die Gesellschaft ist der Gebrauch von Namo Narayan wichtig, man vermeidet sektiererische und alleswissende "Fanclubs" um die Gurus. In Indien entstehen selten Sekten in dem negativen Sinne, wie man es im Westen kennt.

Der Begriff Namo Narayan ist fundamental in dem Teil indischer Kultur, wo Yoga lebendig erhalten ist. Das Mantra drückt aus: egal woher Du kommst, ich respektiere den Weg, den Du gewählt hast. Ich grüße Dich! Du bist mein Gast, so wie Gott es ist. Wir können ebenbürtig Erfahrungen austauschen.

Wenn dann ein bekannter Guru, der auch im Westen Substanz in seiner Lehre hat, und der im Laufe der Jahre viele Menschen zu Besuch gehabt hat, einige nur um zu schnuppern, andere um berührt zu werden und ein Training zu empfangen und wieder andere um Hilfe zu bekommen, um ein Leben in Konzentration und Meditation zu führen oder um gerade die Aufgabe, zu der derjenige berufen ist, durchführen zu können - wenn ein solcher Guru eines Tages plötzlich seinen Gruß von Hari Om auf Namo Narayan ändert, was ist dann geschehen?

Laß mich dies auf eine persönliche Weise erzählen: Im Sommer 1988 war ich in den USA, um an der englischen Ausgabe von , Yoga Tantra und Meditation... zu arbeiten. Ich lebte auf Long Island, wo ich eines spätnachmittags mit Freunden herausfuhr, um in den Wellen des Atlantiks zu baden. Die Wellen waren aber kräftiger als ich erwartet hatte, und ich wurde viele Male umgeworfen. Zunächst war ich nur irritiert darüber, daß meine Badehose herunterglitt, mein Haar aufgewirbelt wurde und ich die Orientierung verlor. Dann aber ging es mir auf, daß es ernst war. Erst als die Wellen mich unzählige Male umgeworfen hatten, gelang es mir, mich an Land zu kämpfen. In meinem ganzen Erwachsenendasein bin ich niemals so atemlos gewesen. Gleichzeitig fühlte ich ein unglaubliches Wohlbefinden, mich aus den Wellen freigekämpft zu haben.

Das Erlebnis gab mir Perspektive über mein Leben. Ich sah die beinah 20 Jahre, die ich Yoga unterrichtet hatte und spürte starke Inspiration weitere 20 Jahre fortzusetzen.

Zuhause in Schweden hatte ich dann eines Tages in meiner Meditation eine Vision - nein, ein totales Erlebnis: Ich befinde mich in einer Landschaft, die den Vorgebirgen des Himalaja bei Rishikesh gleicht. Ich habe ein Gefühl, gerade alles verlassen zu haben: Schüler,Verwaltung etc. Ich fühle mich unendlich erleichtert. Ich kann gehen wohin ich will oder mich ganz meinem Sadhana widmen.

Ich wunderte mich, daß dieses wunderbare Erlebnis von Freiheit gerade jetzt kam, wo ich so inspiriert war fortzusetzen!?

Einen Monat später berichtete mir Swami Pragyamurti aus London, daß Swamiji den Ashram und die Rolle als Guru verlassen hatte, daß er sich zum Zeitpunkt meiner Vision genau bei Rishikesh aufgehalten hatte...

Im Nov. 1993 war ich als Redner auf einen Kongreß in Munger eingeladen und besuchte daher meinen Lehrer Swami Satyananda. Als ich ihm von meiner Vision berichtete, sagte er: "Ja, ich dachte Du solltes es wissen."

Nachdem er ein Jahr herumgereist war und heilige Plätze in Indien besucht hatte, hat Swamiji, auf eigenen Wunsch, relativ isoliert in seinem neuen Ashram Alakh Bara gelebt. Die letzten 5 Jahre hat er sich u.a. der einzigartigen Meditation zwischen fünf Feuern gewidmet. Jeden Tag, vom 15. Januar bis zum 15. Juli, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Vier große Feuer in nächster Nähe, als fünftes die Sonne. Man sagt, daß niemand seit Shankara diese Meditation ausgeführt habe.

Und jetzt, da die fünf Jahre vorüber sind, möchte er alle, die seine Einladung annehmen, treffen. Danach will er fortsetzen. Die ersten fünf Jahre waren nur eine Vorbereitung!

Satsang bedeutet Zusammensein, Wegleitung zu empfangen, zuzuhören, inspiriert zu werden oder einfach zu sein - in Gesellschaft eines Meisters. Vom 18. Nov. bis zum 17. Dez. 1994 kann man ihn gemeinsam mit anderen von 12 bis 14 Uhr treffen.

Navigation

Zugang zum Hauptmenu über das Symbol "MAINMENU" oben rechts

Zugang zum Untermenu über das Symbol "SUBMENU" oben links