Bindu 25

Artikel aus Bindu Nr. 7

Kabir - 4 Gedichte

Mein Bruder! als ich vergeßlich war, wies mein wahrer Guru mir den Weg.
Da verließ ich alle Rituale und Zeremonien, ich badete nicht länger im heiligen Wasser:
Da lernte ich, daß ich allein verrückt war, und die ganze Welt um mich herum war verständig; ich hatte diese weisen Menschen gestört.
Von da an konnte ich mich nicht mehr im Staube des Gehorsams wälzen:
Ich läute nicht die Tempelglocke:
Ich setze das Idol nicht auf seinen Thron:
Ich bete das Bild nicht mit Blumen an.
Es ist nicht die Askese, die das Fleisch plagt, welche dem Herren gefällt: Wenn Du Deine Kleider abwirfst und Deine Sinne tötest, gefällst Du dem Herren nicht:
Der Mensch, der freundlich und rechtschaffen ist, mitten in den Geschäftigkeiten der Welt er selbst verbleibt, der alle Wesen der Welt als sein eigenes Selbst betrachtet,
Er erreicht das unsterbliche Sein, der wahre Gott ist immer mit ihm.
Kabir sagt: „Wessen Worte rein sind, und wer frei ist von Stolz und Eingebildetsein, der erreicht den wahren Namen."

Mensch, wenn Du Deinen eigenen Herren nicht kennst, auf was bist Du dann so stolz?
Wirf Deine Klugheit beiseite. Worte allein werden Dich niemals an Ihn knüpfen.
Betrüge Dich nicht mit dem Zeugnis der heiligen Schriften.
Liebe ist etwas anderes als dies, und der, der sie aufrichtig gesucht hat, der hat sie gefunden.

Zwischen den Polen des Bewußten und des Unbewußten hat der Geist sich geschwungen.
Hiervon werden alle Wesen und alle Welten getragen und dieses Schwingen kommt niemals zum Stillstand.
Es gibt Millionen von Wesen: es gibt die Sonne und den Mond auf ihren Bahnen:
Millionen von Zeitaltern vergehen und das Schwingen geht weiter.
Alles schwingt! Der Himmel und die Erde und die Luft und das Wasser und der Herr selbst, der Form annimt:
Und dieser Anblick hat Kabir zu einem Diener gemacht.

Dein Herr ist in Deinem Wesen
wie der Duft in der Blume.
Warum suchst Du wie der Moschushirsch
immer wieder nach Moschus im Gras?

Kabir wurde ca. 1440 geboren, nach seinen Worten " gleichermaßen als Kind von Allah wie von Rama" (Islam und Hinduismus). Hier bringen wir einige Gedichte, die übersetzt sind nach Tagores englischer Wiedergabe.

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